Quelle: © Willibald Karl (Hrsg.), Der Arabellapark - Eine Erfolgsstory, München 1998



Master Projekt
WOHNANLAGEN


„Die Architektur der Nachkriegszeit war eine Betonarchitektur. Während in den 50er Jahren die Fassaden mit Putz und Ziegeln verkleidet wurden, begannen bereits in den 60er Jahren Großbauten mit Sichtbetonfassaden sich in den historischen Stadtkernen auszubreiten. Eine wenig rücksichtsvolle Stadtsanierung und die neuen monotonen Siedlungen am Rande der Großstädte führten Ende der 60er Jahre zu massiven Protesten der Bevölkerung. Kritisiert wurde nicht nur die Massierung der Baumassen, sondern auch ihr Aussehen, hauptsächlich jedoch die von den Architekten bevorzugten schalungsrauen Sichtbetonflächen. Das unsympathische Material wurde zum Synonym für planerische Fehler und gestalterische Monotonie.“
Prof. em. Dr.-Ing. Hartwig Schmidt


Von den einen gehasst, von den andern geliebt. Kein anderes Baumaterial spaltet Fachwelt und Gesellschaft so sehr wie Beton. In der Mitte des 19. Jahrhunderts als Ersatz für Stahl- und Holzkonstruktionen entwickelt, und in den 20er Jahren von der Moderne als verheißungsvolles Baumaterial für den Massenwohnungsbau gefeiert, geriet Beton ab den 60er Jahren durch die Nutzung in den von Hartwig Schmidt beschriebenen Wohnanlagen der Randgebiete immer mehr in Verruf. Das durch diese undifferenzierte Betrachtung auch viele qualitätvolle brutalistische und strukturalistische Bauten in Gefahr sind wird in der Öffentlichkeit spätestens seit der Ausstellung im Frankfurter Architekurmuseum: „SOS Brutalismus – Rettet die Betonmonster!“ wieder diskutiert. Eine gute Gelegenheit von den Qualitäten der besten Münchner Beispiele zu lernen.


Einführung: Dienstag 10. April 2018 16 Uhr Raum 3120 LSA

 

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