Quelle: © Lev Vladimirovich Rudnev, City of the Future, 1927 (Schusev Museum of Architecture)

 

Master Wahlpflichtmodul Architektur & Werkzeug
UTOPIEN


Utopien in der Architektur können eigentlich nicht groß genug gedacht sein. Von sehr frühen Beispielen wie dem opulenten Turm zu Babel über die gigantischen Geometrien der Revolutionsarchitektur von Étienne-Louis Boullée hin zum brachialen Plan Voisin eines Le Corbusiers handelt es sich immer um visualisierte Gedanken, die ihren Reiz in ihrere Radikalität und der damit einhergehenden Dimension besitzen. Nicht umsonst sind das die erinnerbaren Bilder architektonischer Utopien.

Wir wollen in diesem Semester jedoch anderen Bildern nachgehen. Bilder, die vielleicht nicht immer auf den ersten Blick als Utopie erkennbar sind. Doch niemand wird zum Beispiel bestreiten, dass der Entwurf von Mies van der Rohe für das Hochhaus an der Friedrichstraße in Berlin seiner Zeit voraus war. Somit kann man, natürlich eingebettet in den zeitlichen Kontext, derartige Ideen durchaus auch als utopisch bezeichnen.

Diesem Aspekt folgend, wollen wir bekannte und unbekannte architektonische Zeichnungen (wieder)entdecken, denen allen die fehlende Realisierung gemein ist. Und in deren Ursprung immer auch eine Portion Utopie mitschwingt.Projekte dieser Art sind oftmals die ungebauten Beiträge von architektonischen Wettbewerben, denen letztendlich aufgrund des Rahmens ihrer Entstehung trotzdem eine gewisse Realisierbarkeit inneliegt. Es können aber auch nur perspektivische Skizzen sein, denkt man zum Beispiel an die zahlreichen Darstellungen der italienischen Futuristen. In solchen Fällen führt es dazu, dass diese Bilder, auch wenn sie vielleicht von ihrem Urheber ganzheitlich gedacht wurden, im Rahmen unseres Seminars volumetrisch und in ihrer Größe und Proportion neu gedacht werden müssen.

Einführung / Einschreibung Montag 16. April 2018 um 15 Uhr LSA 3120

 

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